Verknappung und Verteuerung der Nahrungsmittel
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Kopp Online
2011-02-11 de
Heizen mit Weizen
Schon seit vielen Jahrzehnten wird in der Landwirtschaft mit dem Grundnahrungsmittel Getreide, Sinnbild für Brot und Ernte, geheizt.
Das ist angeblich - aus der Sicht grüner Umweltschützer - ökologisch wertvoll.
Viele Bürger wissen das alles nicht.
Man spricht nicht gern öffentlich darüber.
Doch jetzt spricht die Europäische Union über Förderprogramme, um den Einbau von Getreideheizungen auch in Privathäusern voranzutreiben.
Das aber stößt bei immer mehr Menschen auf ethische Bedenken und in Deutschland zudem auf rechtliche Probleme.
Dänische Schweinemäster heizen ihre Stallungen schon seit mehr als zwanzig Jahren fast ausschließlich mit Getreide.
Der Rohstoff wächst vor der Tür, der Anbau wird von der EU pro Hektar und Jahr mit 45 Euro subventioniert, wenn das Getreide später der Energieerzeugung dient (Verordnung-EG Nr. 1782/03) - billiger kann man Heizmaterial als Bauer kaum beschaffen.
Denn 12,5 Kilogramm Getreide haben den gleichen Heizwert wie 10 Kilogramm Pellets oder 5 Liter Heizöl, kosten aber im Großhandel weniger als die Hälfte.
Auch in Deutschland gibt es inzwischen schon weit mehr als 2.000 Getreidekraftwerke bei den Schweinemast- und Geflügelzuchtbetrieben, in denen Weizen und andere Getreidearten für die Energiegewinnung verbrannt werden.
Als den Fernsehzuschauern vor wenigen Tagen in Zusammenhang mit dem »Dioxin-Skandal« ökologisch korrekte Geflügelzuchtbetriebe gezeigt wurden, in denen die Tiere garantiert kein »dioxinverseuchtes Futter« bekommen, da verschwiegen die Reporter den Zuschauern, dass fast alle ökologisch »korrekten« Betriebe ihre Stallungen mit Getreideheizungen wärmen - sie verbrennen Grundnahrungsmittel.
Technisch ähneln Getreideheizungen den Heizkesseln für Holzpellets.
Weil die Anlagen CO2-neutral sind, will die EU die Umrüstung von privaten Pellet-Heizungen auf Getreide nun möglicherweise finanziell fördern.
In Deutschland dürfen bislang nur Bauern mit Genehmigung Getreide verheizen.
Denn Getreide ist offiziell kein »Regelbrennstoff«.
Immer mehr deutsche Politiker machen Druck, das zu ändern.
So kann man den Getreidepreis in die Höhe treiben, den Bauern finanziell helfen - und die Umwelt CO2-neutral politisch und ökologisch korrekt schützen.
Die EU hat das aufgegriffen und arbeitet an einem Förderprogramm.
Die Bürger wird das am Ende teuer zu stehen kommen. Nach dem subventionierten Solar-Crash wird dann der Getreide-Crash kommen.
Wir werden dann noch mehr landwirtschaftliche Nutzflächen nur zu dem Zwecke beackern, um ökologisch korrekt und CO2-neutral Grundnahrungsmittel wie Getreide verheizen zu können.
Viele Menschen wissen nicht, wie viele Nahrungsmittel wir schon jetzt ökologisch korrekt zur Abwendung der »Erderwärmung« verbrennen.
Was grüne Öko-Freaks erfreut, ist bei anderen ethisch umstritten.
Aussagen:
Zu den Bedenken:
Betreffend Umwelt:
Wer bezahlt was und wem?
Nun ist es die evangelische Kirche ...