"Menschengemachter Klimawandel"? - Ein Symposion
von Dr. Gerhard Engel (Braunschweig)
Einleitung (Alpha, S. 65)
Ich freue mich jedenfalls, dass wir heute in gewisser Weise eine Premiere feiern können - ist es doch schon oft genug misslungen, die verschiedenen Vertreter der konkurrierenden Auffassungen zum Problem des Klimawandels an einen Tisch zu bringen.
Ich habe den wachsenden Eindruck, dass man mehr übereinander als miteinander spricht.
"Zusammenbruch des Ökosystems" (S. 67)
Beta: Wie bei der klassischen Parusieverschiebung in der religiösen Tradition muss man ständig neue Katastrophen erfinden, da die vorausgesagten nicht eingetroffen sind. Wer erinnert sich nicht an "Le Waldsterben", wie die Franzosen etwas mokant sagen? Eine Generation weiter, und das Problem hat sich gewissermaßen in Luft aufgelöst.
Und welcher Doomsdayer prophezeite nach dem Hurrikan Kathrina nicht: Das werde jetzt immer so weiter gehen und noch viel schlimmer kommen?
Statt dessen ist seitdem kaum etwas passiert.
Und ich schätze, dass man bald auf die Hysterie um die "Klimakatastrophe" in ähnlicher Weise zurückschauen wird - erst recht nach diesem eiskalten Winter.
Darf man im Interesse der Wahrheit lügen? (S. 68)
Epsilon: Nein, aber im Interesse der Verbreitung der Wahrheit.
Intellektuelle dürfen und müssen übertreiben und die Unwahrheit sagen, wenn das der Anerkennung der Realitäten und damit der ökologischen Nachhaltigkeit des Menschen dient.
Mittelalterliche Klimaoptimum und Hockeystick-Kurve (S. 72 und 87)
Gamma: Michael Mann hat nun zur Berechnung seiner Hockeystick-Kurve eine (eine!) bestimmte nordamerikanische Baumart gewählt, deren Ringmuster zu der von ihm und dem IPCC favorisierten Temperaturverlauf passte.
Wie ich erfahren habe, gab es sogar Schwierigkeiten, die originalen Daten von Mann zu erhalten, um den Berechnungsmodus seiner Kurve nachvollziehen zu können.
Das zeigt: Hier wird solange gesucht, bis man Proxy-Daten gefunden und Auswertungsmethoden kalibriert hat, die zum gewünschten Ergebnis passen.
Abkühlungstrend und CO2-Zunahme (S. 73-74)
Gamma: Ich will gar keinen Abkühlungstrend beweisen, sondern nur meine These stark machen, dass sich längerfristig kaum etwas verändert.
Aber wenn Du unbedingt willst: Hier.
[Legt eine Folie auf: 43]
"Das folgende Schaubild zeigt zwei nach verschiedenen Methoden ermittelte Temperatur-Zeitreihen (blaue und violette Linie, jeweils zusätzlich mit Trend-Linie) sowie den Verlauf der CO2-Kurve (grün) auf dem hawaiianischen Vulkan Mauna Loa.
Ganz offensichtlich sind - im Gegensatz zur inzwischen verbreiteten Volksmeinung - die Trends seit 2000 klar gegenläufig!"
Und das Schönste: "Die Behauptung, die Temperaturen würden vom CO2 nach oben getrieben, findet in den gemessenen und hier dargestellten Daten offensichtlich keine Grundlage."
Gamma: ... Seit 2001 nimmt die Temperatur global wieder leicht ab. Bilanz gegenüber 1975: Null.
Angesichts der zunehmenden Gletscher in Skandinavien, in der Antarktis und neuerdings auch wieder in der Polarregion füge ich meiner vorigen Äußerung über selektive Datenauswahl noch an: Quod erat demonstrandum.
Die Sache ist eben viel komplizierter, als es sich unsere Klimasoldaten träumen lassen.
Der Treibhauseffekt (S. 75)
Epsilon: Durch die Treibhausgase, zu denen neben Wasserdampf, Methan und anderen deren Gasen eben auch das Kohlendioxid zählt.
Sie halten die Wärme zurück, die sonst, wie auf dem Mond, nachts ungehindert in den Weltraum abstrahlen würde.
Nehmen die Gase zu, dann verändert sich das Strahlungsgleichgewicht derart, dass die Erde eine höhere Bodentemperatur aufweist.
Und die macht uns dann zu schaffen.
Genauer: Inzwischen ist der menschengemachte Anteil dieser Gase das Problem.
Er treibt die Temperatur zusätzlich nach oben.
Die Proportionen (S. 75)
Beta: Ich finde, man sollte hier den Sinn für Proportionen nicht verlieren.
[Legt eine Folie auf: 52]
Hier seht Ihr die prozentuale Verteilung der Atmosphärenbestandteile, bezogen auf einen Teil CO2.
Die Behauptung lautet dann offenbar, dass die marginale Veränderung des Pünktchens unten rechts all die Probleme bescheren wird, von denen wir gleich sprechen werden. Ist das ernst gemeint?
Epsilon. Völlig.
Zumal ja auch noch das viel klimawirksamere Methan, das den Mägen unseres Nutzviehs entströmt, in dieses Modell einbezogen werden muss.
Ich kann das Methan in diesem Schaubild übrigens gar nicht entdecken
Ursache des Klimawandels aus der Sicht der "Skeptiker" (S. 77-78)
Gamma: Betrachten wir ausreichend lange Zeiträume, schwankt die Temperatur lediglich um einen Mittelwert.
Aber innerhalb dieser Zeiträume gibt es natürlich Schwankungen, und für die können wir ja eine Erklärung zu geben versuchen.
Gamma: Noch Ende der achtziger Jahre war kein Mechanismus bekannt, der diesen Kurvenverlauf erklären konnte. Zwar war einigen Klimatologen schon in den siebziger Jahren aufgefallen, dass die kälteste Periode der "kleinen Eiszeit" um 1700 mit einem Sonnenflecken-Minimum (dem sogenannten "Maunder-Minimum") zusammenfiel.
Aber es gab dafür keine robuste, also reproduzierbare und theoretisch befriedigende Erklärung.
Erst 1991 tauchte eine neue Idee auf. Nach den dänischen Forschern Eigil Friis-Christensen und Knud Lassen gibt es eine hohe Übereinstimmung (r = .95) der beobachteten Temperaturkurve mit den Abweichungen des Sonnenfleckenzyklus von einer mittleren Zyklusdauer von 11 Jahren.
Gamma: Nun - Wolken fallen nicht vom Himmel, sondern sie entstehen auf Grund eines bestimmten physikalischen Mechanismus.
So wie gesättigte Lösungen einen Impfkristall benötigen, damit sie auskristallisieren, benötigen Wolken Kondensationskerne.
Die aber kommen, in unterschiedlicher Stärke und Häufigkeit, aus dem Weltraum zu uns - wobei die Sache noch dadurch kompliziert wird, dass der Sonnenwind in diesen Partikelstrom regulierend eingreift.
Das bedeutet insbesondere:
Mit dem bloßen Hinweis auf Sonnenfleckenzyklen (übrigens haben wir, brrr, gerade ein absolutes Minimum!) und auf die Schwankungen ihrer Strahlungsintensität haben wir noch gar nicht erschöpfend beschrieben, was sich da über unseren Köpfen tut.
Ich jedenfalls bin sehr gespannt, wie sehr wir die CO2-Hypothese noch in Schwierigkeiten bringen können.
Was spricht gegen den CO2/Methan-Treibhauseffekt? (S. 78-80)
Gamma: Fragen wir uns zunächst: Warum wird es eigentlich in einem Treibhaus (Glashaus) warm? Die orthodoxe Antwort lautet: weil kurzwelligere elektromagnetische Strahlung den Treibhausboden aufheizt und die dabei entstehende langwelligere Wärmestrahlung von den Glasflächen zurückgeworfen, "re-emittiert" wird.
Nach ursachenskeptischer Ansicht ist das jedoch eine irreführende Redeweise.
Sie richtet unsere Aufmerksamkeit auf einen irrelevanten Punkt (nämlich auf die Strahlungseigenschaften und die Absorptionsindizes von Gasen und Glasflächen), aus dem dann falsche Schlussfolgerungen gezogen werden.
Der relevante Punkt liegt vielmehr in der durch das Glas unterbrochenen Konvektion. Die warme Luft würde gern entweichen - aber die Glasflächen hindern sie daran.
Wir stehen beim Glashaus also vor einem Wärmetransportproblem.
Daher ist auch nicht die Strahlungsphysik, sondern die Thermodynamik für Beschreibung und Erklärung des Phänomens des Glashauseffektes heranzuziehen.
Gamma: Hier kann ein lebensweltliches Beispiel helfen.
Jeder, der sich schon einmal am Nordseestrand zur Mittagszeit in einer "Sandburg" gesonnt hat, wird es sehr schnell unerträglich heiß finden. Der Grund ist: Es gibt in der ausgehobenen Vertiefung fast keine Luftzirkulation, so dass die eingestrahlte Energie kaum abgeführt werden kann. Sobald man jedoch aus der Burg auf die freie Strandfläche flüchtet, werden die Temperaturen sogleich erträglich: Hier gibt es nämlich Konvektionsströme.
Der thermodynamisch entscheidende Punkt dieses Beispiels ist: In der Sandburg entstand ein kleines "Treibhaus", obwohl sie nicht durch eine Glasplatte abgedeckt war.
Ganz ähnlich wird auch ein Glashaus einfach deshalb warm, weil wir die eingestrahlte Wärme daran hindern, abzufließen; daher heizt sich das Glashaus im Vergleich zur Umgebung auf. Öffnen wir ein Dachfenster, ist es im Nu kühl.
Alpha: Aber wieso lässt sich daraus ein Einwand gegen die orthodoxe Theorie gewinnen? Die Wärme wird doch durch Strahlung und nicht durch Konvektion in den Weltraum zurücktransportiert?
Gamma: Das ist eben die Frage. Dafür muss ich allerdings etwas weiter ausholen. Unsere Lufthülle ist eben keine "Hülle", die der Konvektion und damit dem Wärmetransport in ähnlicher Weise entgegenstünde wie das Glas des Glashauses.
Im Gegenteil: Gerade Gase wie Kohlendioxid sind daran beteiligt, Sonnenenergie zu speichern, zu transportieren und zu verteilen, um so die von Arrhenius für erklärungsbedürftig gehaltene globale Mitteltemperatur von +15 °C zu erzeugen.
Denken wir an einen leeren Topf auf einer eingeschalteten Herdplatte.
Wenn nicht ein geeignetes Medium (also beispielsweise Wasser oder Trockeneis) die auf den Topfboden einstrahlende Wärme abführt, wird er glühend heiß. Die beiden für die Temperatur des Topfbodens (der "bodennahen Temperatur") relevanten physikalischen Eigenschaften sind also erstens die durch die Sonne bzw. die Herdplatte eingestrahlte Energie und (!) zweitens die Eigenschaften und die Dynamik des Wärmetransportmediums; erst aus ihrem Zusammenwirken ergibt sich die Temperatur des Topfbodens bzw. des Erdbodens.
Gamma: Das "Treibhausgas" Kohlendioxid hat ganz ausgezeichnete Wärmetransporteigenschaften, da es in mehreren Wellenlängenbereichen Wärmestrahlung absorbieren kann.
In unserem Modell könnte es für die Ableitung der Energie vom Topfboden also eine prinzipiell große Rolle spielen.
Je besser die Absorptionsfähigkeit eines Wärmetransportmediums, desto besser die Wärmeleitung und desto kühler der Topfboden.
Doch leider ist das Kohlendioxid für die Weiterleitung nennenswerter Energiemengen in der atmosphärischen Realität kaum geeignet, da seine Konzentration in der Erdatmosphäre auch heute nur 0,036% beträgt.
Das bei der thermodynamischen Transport- und Speichertätigkeit quantitativ entscheidende Medium sind daher auch gar nicht die (nomen est omen) Spurengase, sondern das Wasser.
Ihm verdanken wir es, dass die durch Sonneneinstrahlung und Erddrehung ständig entstehenden Temperaturunterschiede ausgeglichen werden.
Die Erde dreht sich dabei in 24 Stunden einmal um sich selbst - im Vergleich etwa zum Mond schnell genug, damit die jeweils nicht beschienene Rückseite nicht zu sehr auskühlt.
Deshalb sind die Morgenstunden auch die kältesten - weil dann der "Heizstrahler Sonne" schon vergleichsweise lange abgeschaltet ist.
Das CO2 fungiert also nicht als zusätzlicher Heizstrahler, wie das manche Formulierungen ("Gegenstrahlung", "Re-Emission") orthodoxer Klimaforscher nahe legen, sondern als zusätzliches, wenn auch nur marginal wirksames Wärmetransportmedium.
Der von unseren Saunameistern [Alpha runzelt die Stirn] unternommene Versuch, elektromagnetische Strahlung durch Absorption zu "stauen", damit die Wärme sich zurückbewegt, ähnelt dem Versuch der Schildbürger, Licht in Säcken in das fensterlose Rathaus zu tragen.
Die umweltklimatologische Treibhauseffektdiskussion hat [also] nichts mit Wissenschaft zu tun. Man findet den Treibhauseffekt deshalb auch nicht in einem Lehrbuch der theoretischen Physik. Er ist ein schönes Beispiel für das Märchen von Kaisers neuen Kleidern.
Kyoto und IPCC (S. 84)
Umgang mit Energie (S. 85)
Alpha: Ich möchte noch eine Ergänzung anbringen.
Aus einer klimaskeptischen Position folgt mitnichten ein Plädoyer für einen verschwenderischen Umgang mit Energie.
Zum Schluss drei Feststellungen (Alpha, S. 88)
Skepsis im antiken Sinne des Wortes bedeutet: Schaut Euch um! Tummelt Euch! Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als die Schulweisheit sich träumen lässt.
Nur so kommen wir, wie ich glaube, voran auf dem Weg der Selbstbefreiung durch das Wissen und durch kritische Vernunft.