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    Der Ständige Ausschuss für geographische Namen (StAGN) ist ein für die Standardisierung geographischer Namen im deutschen Sprachraum zuständiges Expertengremium.

    Es handelt sich um ein selbstständiges wissenschaftliches Gremium ohne hoheitliche Funktionen mit Sitz in Frankfurt am Main.
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▶Politik der Ukraine

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2022   2021   2016   2014

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Sie nennen uns Kollaborateure

Die Weltwoche (2022-11-27)

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Nach ihrem Abzug aus Cherson bauen Putins Truppen eine neue Front entlang des Dnjepr auf.

In der Bevölkerung kommt es zu Racheaktionen.

Impressionen von der russischen Seite.

Am Südufer des Dnjepr heben Hunderte Soldaten lange und tiefe Schützengräben aus dem rötlich-feuchten Boden.

Vor dem Flussbett weht eine verstaubte Russland-Flagge.

Ein paar Meter entfernt verstecken sich zwei Scharfschützen ...

▶Politik der Ukraine


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Sie nennen uns Kollaborateure

Die Weltwoche (2022-11-27)

xxx.xxx
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Nach ihrem Abzug aus Cherson bauen Putins Truppen eine neue Front entlang des Dnjepr auf.

In der Bevölkerung kommt es zu Racheaktionen.

Impressionen von der russischen Seite.

Am Südufer des Dnjepr heben Hunderte Soldaten lange und tiefe Schützengräben aus dem rötlich-feuchten Boden.

Vor dem Flussbett weht eine verstaubte Russland-Flagge.

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Siehe auch / see also / voir aussi

▶Politik von Russland

▶Politik der USA

▶Deutsche Politik

▶Neutralität: Schweiz ▶Schweiz: Neutralität


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2022

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de Wie der Westen den Krieg in die Ukraine brachte

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1. Westliche Provokationen: 1990-2014

Die Weltwoche / Benjamin Abelow
2022-10-27 de 1. Westliche Provokationen: 1990-2014

Teil 1 gibt einen chronologischen Überblick über die westlichen Provokationen gegenüber Russland im Zeitraum 1990-2014.

Begonnen hat alles im Jahr 1990,

als die Sowjetunion in den letzten Zügen lag und westliche Staatsmänner eine Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland unter der Schirmherrschaft der Nato anstrebten.

Eine Voraussetzung dafür war, dass Moskau zum Abzug seiner rund 400 000 Soldaten aus der DDR bereit war.

Zur Beschwichtigung Moskaus gaben westliche Regierungen zu verstehen, dass die Nato nicht nach Osten in Richtung der russischen Grenze expandieren würde.

Laut einer Analyse des National Security Archive an der George Washington University, wo entsprechende freigegebene Dokumente aufbewahrt werden, «[haben] westliche Staatschefs während des deutschen Wiedervereinigungsprozesses im Jahr 1990 und bis ins Jahr 1991 hinein Gorbatschow und anderen sowjetischen Funktionären eine Fülle von Zusicherungen hinsichtlich der sowjetischen Sicherheit gemacht».

Diese Zusicherungen betrafen nicht nur die Frage der Nato-Erweiterung auf das Gebiet der ehemaligen DDR, wie manchmal behauptet wird, sondern auch die Ausweitung der Nato auf die osteuropäischen Länder.

Dennoch begann die Nato innerhalb weniger Jahre, sich in Richtung der russischen Grenze auszudehnen.

Auch wenn diese Zusicherungen nicht in formelle Verträge gegossen wurden, waren «spätere sowjetische und russische Beschwerden, hinsichtlich der Nato-Erweiterung in die Irre geführt worden zu sein», nicht einfach nur russische Propaganda, sondern stützten sich vielmehr «auf zeitgleiche schriftliche [Memoranden] auf höchster Ebene» der westlichen Regierungen.5

Joshua R. Shifrinson kam zu einer ähnlichen Schlussfolgerung in der Zeitschrift International Security.

Er sieht es als bewiesen an, dass «die Vereinigten Staaten die Sowjetunion in die Irre geführt» und gegen die Inhalte der Verhandlungen verstossen haben.6

In einem Interview am Belfer Center der Harvard Kennedy School beschrieb Shifrinson seine Archivrecherchen so:

«Ich konnte mir parallel anschauen, was man den Sowjets ins Gesicht sagte und was man sich in den USA in den Hinterzimmern erzählte.

Viele der Russen [. . .] haben wiederholt behauptet, dass die USA 1990 der Nichterweiterung informell zugesagt hätten.

Und in den letzten 25 Jahren haben westliche Politiker, zumindest in den USA, eindeutig gesagt: <Nein, das haben wir nicht.

Es wurde nichts schriftlich festgehalten und nichts unterschrieben, also ist es irrelevant, ob [wir] das getan haben.>

Aus dem, was ich [in den Archiven] gefunden habe, erschliesst sich mir, dass das russische Narrativ im Prinzip genau den tatsächlichen Ereignissen entspricht.»7

Ich will durch die Schilderung dieses Vorfalls nicht behaupten, dass die westlichen Zusicherungen rechtsverbindlich gewesen seien oder deren Nichteinhaltung den Einmarsch Russlands in die Ukraine vollständig erklärt.

Tatsächlich sind die amerikanischen, europäischen und sowjetischen Gespräche der Jahre 1990 und 1991 über die Nato-Erweiterung Gegenstand aktueller Debatten.8

Ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass der Westen versuchte, Moskau bewusst zu täuschen, und dass durch diese Situation auf russischer Seite das Gefühl entstand, man könne der Nato und insbesondere den USA nicht trauen.

«Das russische Narrativ entspricht im Prinzip den Ereignissen.»

Obwohl bereits Mitte der 1990er Jahre die weitere Entwicklung der Nato-Erweiterung klarwurde, erfolgte der erste entscheidende Schritt 1999, als die Nato drei osteuropäische Staaten formell aufnahm.

In einem kürzlich veröffentlichten Interview kommentierte der Oberst der US-Armee (a. D.) Douglas Macgregor, Ph. D., ein bekannter Kommandant im Irak, der an der Ausarbeitung der amerikanischen Kriegspläne für Europa beteiligt war, die Aufnahme eines dieser Länder wie folgt:

«Als wir 1999 beschlossen, Polen aufzunehmen, [. . .] machten sich die Russen grosse Sorgen - nicht so sehr, weil die Nato damals feindlich gesinnt war, sondern weil sie wussten, dass Polen es war.

Polen blickt auf eine lange Geschichte der Feindseligkeit gegenüber Russland zurück [. . .].

Polen war zu diesem Zeitpunkt sozusagen ein potenzieller Katalysator für einen Krieg mit Russland.»9

Im Jahr 2001, zwei Jahre nach der Aufnahme dieser ersten Gruppe neuer Nato-Mitglieder, trat US-Präsident George W. Bush einseitig vom ABM-Vertrag (Vertrag über die Begrenzung von antiballistischen Raketenabwehrsystemen) zurück.

2004 nahm die Nato dann weitere osteuropäische Staaten wie Rumänien und das an Russland grenzende Estland auf.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Nato bereits beinahe 1500 Kilometer in Richtung Russland ausgedehnt.

Beim Nato-Gipfel 2008 in Bukarest gab die Nato im sogenannten Bukarester Memorandum bekannt, dass sie die Ukraine und Georgien als Mitgliederstaaten aufnehmen wolle.

Beide Länder grenzen an Russland.

Einige europäische Nato-Mitglieder hatten ernsthafte Vorbehalte, doch die Regierung von Präsident George W. Bush nutzte die Position der USA als ranghöchstes Mitglied des Bündnisses, das Thema voranzutreiben.

Folgende unmissverständliche Erklärung wurde in das Memorandum aufgenommen:

«Wir sind heute übereingekommen, dass diese Länder [die Ukraine und Georgien] Mitglieder der Nato werden.»

Es wurden jedoch keine formellen Schritte zur tatsächlichen Aufnahme dieser Länder ergriffen.


Der mögliche Beitritt der Ukraine und Georgiens stellte für Russland von Anfang an eine existenzielle Bedrohung dar.

Die Ukraine teilt eine beinahe 2000 Kilometer lange Landgrenze mit Russland, die stellenweise nur 600 Kilometer von Moskau entfernt ist.

Im Jahr 2008 sandte der heutige CIA-Direktor William J. Burns, damals US-Botschafter in Russland, ein Telegramm nach Washington, in dem er ein Treffen mit dem russischen Aussenminister beschrieb.

Er merkte darin an, dass der Nato-Beitritt der Ukraine und Georgiens für Russland eine rote Linie darstellt, die nicht überschritten werden darf.

Diese Einschätzung schlug sich auch in der Überschrift des Telegramms nieder:

«Nyet means Nyet [Nein heisst Nein]:

Russlands rote Linien bei der Nato-Erweiterung.»

Burns schrieb damals: «Russland sieht dies nicht nur als eine Einkreisung und als ein Bestreben, Russlands Einfluss in der Region zu untergraben, sondern fürchtet auch unvorhersehbare und unkontrollierbare Folgen, durch welche russische Sicherheitsinteressen ernsthaft beeinträchtigt werden würden.»10

Vor dem Staatsstreich suchten die USA nach einem Präsidenten.

Im August 2008, vier Monate nach der Ankündigung der Nato bezüglich der Ukraine und Georgien, marschierte die russische Armee in Georgien ein

und begann einen kurzen Krieg mit den georgischen Streitkräften (als «Kaukasischer Fünftagekrieg» oder «Georgienkrieg» bekannt).

Der Auslöser für den Einmarsch Russlands war, dass das - von den USA finanzierte, bewaffnete und ausgebildete - georgische Militär einen massiven vierzehnstündigen Artillerie- und Raketenangriff auf ein halbautonomes georgisches Gebiet (Südossetien) unternommen hatte.

Dieses Gebiet grenzt an Russland und unterhält enge Beziehungen dorthin.

Es ist bemerkenswert, dass der Angriff nur wenige Tage nach einer Militärübung stattfand, welche die USA mit 2000 Soldaten in Georgien durchgeführt hatten.

Offizielle amerikanische Stellen und die US-Medien haben den russischen Einmarsch zuweilen fälschlicherweise als grundlose Invasion beschrieben.11

Abgesehen von der unmittelbaren Provokation durch den georgischen Angriff war das Vorgehen Russlands eher eine Reaktion auf das Vordringen westlicher Streitkräfte - insbesondere der von den USA angeführten Nato - an seine Grenze.

Wie Oberst Macgregor später erklärt: >>>

«Die Russen griffen schliesslich in Georgien ein, und der alleinige Zweck dieser Intervention bestand darin, uns [den USA] zu signalisieren, dass Russland kein Nato-Mitglied an seinen Grenzen duldet, vor allem kein Mitglied, welches ihm gegenüber feindlich gesinnt ist, was die georgische Regierung zu diesem Zeitpunkt war.

Womit wir es also jetzt zu tun haben [der Krieg in der Ukraine],

ist meiner Meinung nach genau das, was Botschafter Burns befürchtete, als er erklärte, <Nein heisst Nein>.>>12


Ende 2013 und Anfang 2014 fanden auf dem Kiewer Maidan («Unabhängigkeitsplatz») regierungsfeindliche Proteste statt.

Diese von den USA unterstützten Proteste wurden von gewalttätigen Provokateuren untergraben.

Die Gewalt kulminierte schliesslich in einem Staatsstreich.


Bei diesem übernahmen bewaffnete, rechtsextreme ukrainische Ultranationalisten Regierungsgebäude und zwangen den demokratisch gewählten prorussischen Präsidenten zur Flucht ins Ausland.

John Mearsheimer, Professor für Politikwissenschaft an der Universität von Chicago, beschrieb die Folgen so:

«Die neue Regierung in Kiew war durch und durch prowestlich und antirussisch, und ihr gehörten vier hochrangige Mitglieder an, die zu Recht als Neofaschisten bezeichnet werden konnten.»13

Die USA spielten bei diesen Ereignissen eine Rolle, auch wenn das volle Ausmass ihrer Beteiligung und die Frage, ob sie die Gewalt direkt geschürt haben, möglicherweise nie vollständig öffentlich geklärt werden.

Fest steht jedenfalls, dass die USA seit 1991

fünf Milliarden US-Dollar in von ihnen ausgewählte prodemokratische Organisationen in der Ukraine gesteckt haben,14

und dass sie schon einen Monat vor dem Staatsstreich hinter den Kulissen nach einem Nachfolger für den amtierenden Präsidenten gesucht haben.

Letzteres wurde bekannt, als ein Telefongespräch zwischen der stellvertretenden US-Aussenministerin Victoria Nuland und dem US-Botschafter in der Ukraine, Geoffrey Pyatt, abgehört oder geleakt und anschliessend online veröffentlicht wurde.

Im Laufe des Gesprächs verwendete Nuland einen derben Ausdruck in Bezug auf die EU, was zu Spannungen zwischen Washington und europäischen Hauptstädten führte.15

Wie Stephen F. Cohen, der mittlerweile verstorbene berühmte Professor für Russistik an der Princeton University und der New York University, feststellte:

«Wie vorherzusehen war, konzentrierten sich die Medien auf die Quelle des Leaks und auf Nulands verbale Entgleisung - «Fuck the EU» [Scheiss auf die EU].

Die wichtigste Enthüllung war jedoch, dass hochrangige US-Funktionäre insgeheim geplant hatten, durch den Sturz oder eine Neutralisierung des demokratisch gewählten Präsidenten des Landes eine neue, antirussische Regierung ins Amt zu bringen [. . .].»16

Egal, welche Rolle die USA dabei spielten, ging Russland zu Recht davon aus,

dass die Amerikaner tief verstrickt waren

- auf jeden Fall dabei, die Grundlage für den Staatsstreich vorzubereiten,

und möglicherweise auch dabei, Gewalt zu schüren.

Russland annektierte die Krim als Gegenantwort darauf

- und zum Teil aus der begründeten Sorge, dass die nach dem Staatsstreich eingesetzte Regierung beziehungsweise ihre westlichen Partner Russland den Zugang zu seinem wichtigen eisfreien Flottenstützpunkt in Sewastopol auf der Krim verwehren könnten, über dessen Nutzung Russland zuvor verhandelt hatte.

John Mearsheimer schreibt:

«Laut dem ehemaligen Botschafter in Moskau, Michael McFaul, war die Annexion der Krim durch Putin nicht von langer Hand geplant:

Es war ein impulsiver Schritt als Reaktion auf den Staatsstreich, welcher den prorussischen Präsidenten der Ukraine stürzte.

Tatsächlich bestand bis dahin das Ziel der Nato-Erweiterung darin, ganz Europa in eine riesige Friedenszone zu verwandeln,

und nicht [darin], ein gefährliches Russland einzudämmen.


Bei Ausbruch der Krise [auf der Krim] konnten die amerikanischen und die europäischen Politiker jedoch nicht zugeben,

dass sie diese durch den Versuch, die Ukraine in den Westen zu integrieren, provoziert hatten.

Sie erklärten

Russlands Revanchismus

und seinen Wunsch, die Ukraine zu dominieren

oder gar zu erobern, zur wahren Ursache des Problems.»17


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2. Westliche Provokationen: 2014-2022

Die Weltwoche / Benjamin Abelow
2022-10-27 de 2. Westliche Provokationen: 2014-2022

Teil 2 erweitert diesen Überblick bis zum Beginn der russischen Invasion im Februar 2022.

Tatsächlich setzte der Westen seine Provokationen gegenüber Russland auch nach 2014 fort.

Sie wurden sogar noch verschärft und haben sich dahingehend verändert,

dass sie eine direktere Bedrohung für Russlands Sicherheit darstellten.

«Russland verlangte eine schriftliche Garantie,

dass die Ukraine niemals Teil der Nato werden wird,

und dass das Bündnis die militärischen Ressourcen, die es seit 1997 in Osteuropa stationiert hat, wieder abzieht.


Die anschliessenden Verhandlungen scheiterten, als [US-Aussenminister] Blinken klarstellte:

"Es sind keine Änderungen eingetreten.

Es wird keine Änderungen geben."


Einen Monat später befahl Putin die Invasion der Ukraine, um die seiner Meinung nach von der Nato ausgehende Bedrohung zu beseitigen.»28

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3. Aus umgekehrter Perspektive betrachtet

Die Weltwoche / Benjamin Abelow
2022-10-29 de 3. Aus umgekehrter Perspektive betrachtet

In Teil 3 wird die Frage gestellt, wie die USA reagieren würden, wenn "der rechte Schuh am linken Fuß" wäre, d. h. wenn Russland sich den USA gegenüber so verhalten würde, wie der Westen sich Russland gegenüber verhalten hat.

Folgendes fragen:

Wie würde die Führung der USA in der umgekehrten Situation reagieren

- wenn zum Beispiel Russland oder China in der Nähe des amerikanischen Territoriums ähnliche Schritte durchführen würden?

Wie würde Washington reagieren, wenn Russland ein Militärbündnis mit Kanada eingeht und dann knapp mehr als hundert Kilometer von der US-Grenze entfernt Raketenbasen errichtet?

Was würde geschehen, wenn Russland diese Raketenbasen für Übungen mit scharfen Waffen nutzt, um die Zerstörung von militärischen Zielen in Amerika zu proben?

Würde die US-Regierung die mündlichen Zusicherungen Russlands akzeptieren, dass seine Absichten friedlich sind?

Seit die Monroe-Doktrin vor beinahe 200 Jahren formuliert wurde, gestatten die USA es potenziell bedrohlichen ausländischen Mächten grundsätzlich nicht, Streitkräfte in der westlichen Hemisphäre zu stationieren.

Dadurch wird der Grundsatz der US-Politik deutlich, dass die geografische Nähe von Truppen von strategischer Bedeutung ist,

unabhängig von den erklärten Absichten.

Diese Überzeugung bildet den Eckpfeiler der amerikanischen Aussenpolitik.

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4. Russische Befürchtungen eines Erstschlags der Amerikaner

Die Weltwoche / Benjamin Abelow
2022-10-30 de 4. Russische Befürchtungen eines Erstschlags der Amerikaner

Teil 4 beschreibt die Auswirkungen des amerikanischen Rückzugs aus dem Vertrag über nukleare Mittelstreckenraketen von 1987 auf die russische Sicherheit.

Der INF-Vertrag

Die USA traten 2019 während der Amtszeit von Präsident Trump aus dem 1987 geschlossenen INF-Vertrag (Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme) aus mit der Begründung, die Russen hätten die Vereinbarung umgangen.

Die behauptete Täuschung war formaler Natur, und tatsächlich behaupteten sowohl die USA als auch Russland mit plausiblen Argumenten, die jeweilige Gegenseite würde den Zweck - oder gar den Wortlaut - des Vertrags verletzen.

Egal ob nun eines, beide oder keines der Länder formal gesehen gegen den Vertrag verstossen hat, ausschlaggebend ist, dass sich die USA einseitig zurückgezogen haben, anstatt sich aktiv um eine Lösung der Probleme zu bemühen.

Möglicherweise witterten die Amerikaner dabei einen militärischen Vorteil, weil die fraglichen Raketen in Europa in der Nähe Russlands stationiert werden sollten, während Russland nicht geplant hatte, Waffen in ähnlicher Entfernung zu den USA zu stationieren.

Die genauen Beweggründe für Putins Invasion der Ukraine sind nicht bekannt,

aber wahrscheinlich war ein Zusammentreffen verschiedener Faktoren ausschlaggebend:

1. die laufende Bewaffnung und Ausbildung nach Nato-Standards und die Integration der militärischen Strukturen der Ukraine, der USA und anderer westlicher Mächte durch Vereinbarungen ausserhalb der Nato;

2. die ständige Drohung, die Ukraine werde in die Nato aufgenommen; und

3. die Besorgnis über die mögliche Stationierung neuer Mittelstreckenraketen, verstärkt durch die Sorge, die USA könnten in der Ukraine offensivfähige ABM-Abschussvorrichtungen vom Typ Aegis stationieren, auch wenn die Ukraine noch nicht ein Mitglied der Nato ist.

Hinsichtlich des letzten Punkts hatte Putin angesichts der laufenden und fortschreitenden militärischen Abstimmung zwischen den USA und der Ukraine

womöglich das Gefühl, dass sich das Zeitfenster schliesst,

in dem die Stationierung offensivfähiger Aegis-Abschussvorrichtungen in der Ukraine verhindert werden kann,

und dass er umgehend handeln muss, wenn er diese Bedrohung abwenden will.

Das ist zwar alles eine Spekulation, doch es ist plausibel und passt zu den von Russland zuvor geäusserten Bedenken.

Welche Gründe auch letztlich zur Invasion geführt haben, die Bedrohung durch neue Aegis-Stationierungen war wie das zusätzliche Schäufelchen Sand, das man auf eine Sandburg draufschüttet, bevor sie endgültig einstürzt.

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5. Politik-Experten haben vor der Nato-Erweiterung gewarnt

Die Weltwoche / Benjamin Abelow
2022-10-26 de 5. Politik-Experten haben vor der Nato-Erweiterung gewarnt

In Teil 5 wird aufgezeigt, wie amerikanische Außenpolitik-Experten öffentlich warnten, die NATO-Osterweiterung führe zu einer Katastrophe.

In den letzten dreissig Jahren haben hochrangige amerikanische Aussenpolitik-Experten wiederholt davor gewarnt,

dass die USA einen schweren politischen Fehler begehen, wenn sie die Erweiterung der Nato nach Ostereuropa vorantreiben.

Als die Nato 1997 einen grossen Schritt in Richtung Erweiterung machte,

warnte der damals vielleicht bedeutendste amerikanische Diplomat, George Kennan

(in den 1940er Jahren war er ein Vordenker der amerikanischen Eindämmungspolitik und diente später als Botschafter in der Sowjetunion),

dass die Nato-Erweiterung «der verhängnisvollste Fehler der amerikanischen Politik in der Ära nach dem Kalten Krieg werden könne».

Er beklagte die Sinnlosigkeit des gesamten Erweiterungsprojekts und fragte:

«Warum sollten sich die Ost-West-Beziehungen bei all den verheissungsvollen Möglichkeiten, welche das Ende des Kalten Krieges mit sich brachte, auf die Frage konzentrieren, wer sich mit wem - und infolgedessen gegen wen - in irgendeinem herbeifantasierten, völlig unvorhersehbaren und höchst unwahrscheinlichen künftigen militärischen Konflikt verbündet?»32

Ein Jahr später kommentierte der damals 94-jährige Diplomat in einem Interview mit Thomas Friedman die Ratifizierung der Nato-Erweiterung durch den Senat so:

«Ich halte das für den Beginn eines neuen kalten Krieges. Die Russen werden darauf zunehmend negativer reagieren, und das wird sich auf ihre Politik auswirken.

Ich halte das für einen bedauerlichen Fehler.

Es gab dafür überhaupt keinen Grund.

Niemand hat jemand anderes bedroht.

Angesichts dieser Erweiterung würden sich die Gründerväter im Grabe umdrehen.»33

Er fügte noch hinzu: «Kapieren das die Menschen nicht?

Unsere Unterschiede im Kalten Krieg bestanden mit dem kommunistischen Sowjetregime.

Und jetzt wenden wir uns von genau den Menschen ab, welche die grösste unblutige Revolution der Geschichte angezettelt haben, um dieses Sowjetregime zu beseitigen.»

Kennan war mit dieser Meinung nicht allein.

Viele andere - einschliesslich einiger prominenter Hardliner - sprachen sich ebenso gegen die Erweiterung aus.

Diese und andere prominente Washington-Insider sprachen sich öffentlich und vehement gegen die Nato-Erweiterung aus.34

Doch ihr Rat wurde nicht befolgt.

2015 begann der Professor der University of Chicago, John Mearsheimer, öffentlich zu erklären, dass die Russen sich aus Sorge um ihre Sicherheit gezwungen sehen könnten, militärische Massnahmen zu ergreifen.

Dazu zähle auch der Versuch, die Ukraine zu «zerstören», um sie bei der «Kalkulation» des Westens aus dem Spiel zu nehmen, wenn dieser nicht aufhöre, die Ukraine militärisch, politisch und wirtschaftlich zu integrieren

- eine Warnung, die so vorausschauend wie die von Kennan war.

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6. Russophobe Politiker wiederholen die Fehler der Vergangenheit

Die Weltwoche / Benjamin Abelow
2022-10-26 de 6. Russophobe Politiker wiederholen die Fehler der Vergangenheit

In Teil 6 wird beschrieben, wie die Verantwortlichen für die gescheiterte Erweiterungspolitik der NATO nun ihre Fehler wiederholen.

Die westliche Politik gegenüber Russland und der Ukraine ist eindeutig gescheitert.

Doch ungeachtet dessen beharren die Verantwortlichen für die jahrzehntelangen provokativen Massnahmen der USA und der Nato auf ihrer Position.

Sie behaupten, Russlands Einmarsch in die Ukraine würde beweisen, dass sie die ganze Zeit über richtig gehandelt haben.

Diese Analysten sind der Überzeugung, der wahre Grund für die russische Invasion bestünde darin, dass die USA Russland nicht noch stärker unter Druck gesetzt haben.

Die plausiblere Erklärung ist jedoch,

dass die vielen amerikanischen Politikexperten, die vorausgesagt hatten, dass die Nato-Erweiterung zu einer Katastrophe führen würde,

richtig gelegen hatten

und dass sich ihre Vorhersagen nun auf verheerende Weise bewahrheiten.

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7. Wie übertrieben pessimistische Narrative zu sich selbst erfüllenden Prophezeiungen werden

Die Weltwoche / Benjamin Abelow
2022-10-26 de 7. Wie übertrieben pessimistische Narrative zu sich selbst erfüllenden Prophezeiungen werden

In Teil 7 wird erläutert, wie allzu pessimistische Einschätzungen der Absichten potentieller Gegner dazu neigen, sich selbst erfüllende Prophezeiungen zu werden.

Die Geschichte von einem bösen, irrationalen, von Natur aus expansionistischem Russland

Die Geschichte von einem bösen, irrationalen, von Natur aus expansionistischem Russland mit einem paranoiden Führer an seiner Spitze, dem die tugendhaften USA und Europa gegenüberstehen, ist verwirrt und fehlgeleitet.

Die Provokationen der USA und ihrer Verbündeten gegen Russland sind derart schwerwiegende politische Fehler, dass die US-Führung im umgekehrten Fall schon längst einen Atomkrieg mit Russland riskiert hätte.

Die grossen Medienkonzerne tragen dafür auch Verantwortung.

Anstatt sich zu bemühen, die Ereignisse für ihr Publikum angemessenen zu kontextualisieren, haben sie einfach das bevorzugte Narrativ der Regierung propagiert.

Aus welchen Beweggründen auch immer haben die Mainstream-Medien ein Propagandaprogramm eingeführt, mit dem sie die Öffentlichkeit fehlinformieren.

Obwohl sich die erschütternden Bilder aus der Ukraine schwer ohne Abscheu und Wut betrachten lassen,

ist es ein gefährlicher Fehler, blinden Emotionen nachzugeben und sich dem vorherrschenden westlichen Narrativ anzuschliessen.

Dieser Beschreibung liegt die typische Dynamik eines Wettrüstens zugrunde, das in Eskalation und Krieg gipfelt.

Sie entspricht nicht dem Paradigma des Zweiten Weltkriegs

mit der damit verbundenen Vorstellung von unaufhaltsamem Expansionismus und westlichem Appeasement,


sondern dem des Ersten Weltkriegs, in dem das Deutsche Reich, Grossbritannien, Westeuropa und schliesslich die USA schlafwandlerisch in eine Katastrophe taumelten.

Doch heutzutage kann durch die Wirkung von Atomwaffen eine Katastrophe leichter eintreten und verheerendere Auswirkungen haben.

Wie im Ersten Weltkrieg

befürchtet jede Seite von der anderen das Schlimmste

und versucht sich durch eine militärische Strategie,

die notwendigerweise auch offensives Potenzial hat - ein zweischneidiges strategisches Schwert, das politische Analysten als «Sicherheitsdilemma» bezeichnen -, unverwundbar zu machen.

Genau das hat George Kennan hinsichtlich der Nato-Erweiterung vorausgesagt und damit recht behalten.

Diese Erweiterung, die im Namen der Verteidigung gerechtfertigt wurde,

wurde von Russland als offensive Bedrohung wahrgenommen

und führte zu Schritten, die wiederum vom Westen als expansionistisch wahrgenommen werden.

2014 lieferte Richard Sakwa einen prägnanten Rückblick auf die Situation, die Kennan vorhergesehen hatte:

«Letztlich wurde die Existenz der Nato durch die Notwendigkeit gerechtfertigt, die Sicherheitsbedrohungen zu bewältigen,

die durch ihre eigene Erweiterung verursacht wurden.

Die ehemaligen Mitglieder des Warschauer Paktes und die baltischen Staaten sind der Nato beigetreten,

um ihre Sicherheit zu erhöhen.

Stattdessen haben sie dadurch aber ein Sicherheitsdilemma für Russland geschaffen, welches die Sicherheit aller untergräbt.»42

Der Westen hat stetig, mit kleineren und grösseren Schritten,

die berechtigten Sicherheitsbedenken Russlands ausser Acht gelassen

und sie als irrelevant betrachtet,

wodurch die russischen Befürchtungen einer Einkreisung und Invasion verstärkt wurden.


Dazu gehören unter anderem auch die von US-Präsident Biden begangenen unverhohlenen Drohungen und Demütigungen

sowie seine respektlosen Handlungen und Aussagen.

Und es ist durchaus möglich, dass sich die Handlungen der USA und ihrer europäischen Verbündeten

stärker auf die Politik von Putin, einschliesslich seiner Innenpolitik, auswirkten

und das immer noch tun, als manche glauben.44

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8. Eine kontrafaktischen Geschichte - und Fazit

Die Weltwoche / Benjamin Abelow
2022-10-26 de 8. Eine kontrafaktischen Geschichte - und Fazit

In Teil 8 wird eine kontrafaktische Geschichte vorgestellt, in der untersucht wird, was hätte sein können, wenn der Westen anders gehandelt hätte.

Dabei wird auch auf die Frage eingegangen, wer die Hauptverantwortung für die anhaltende Katastrophe in der Ukraine trägt.

Wer ist verantwortlich für die humanitäre Katastrophe in der Ukraine,

für den Tod Tausender ukrainischer Zivilisten und Soldaten und für die Einberufung ukrainischer Zivilisten zum Militärdienst?

Wer ist verantwortlich für die Zerstörung ukrainischer Häuser und Unternehmen und für die Flüchtlingskrise, die nun zu jener aus dem Nahen Osten hinzukommt?

Wer ist verantwortlich für den Tod Tausender junger Männer, die in den russischen Streitkräften dienen und sicherlich meist so wie ihre ukrainischen Kollegen glauben, dass sie für den Schutz ihrer Nation und ihrer Familien kämpfen?

Wer ist verantwortlich für den anhaltenden Schaden, welcher der Wirtschaft und den Bürgern Europas und der USA zugefügt wird?

Wer ist verantwortlich, wenn Ausfälle in der Landwirtschaft zu Hungersnöten in Afrika führen, einem Kontinent, der stark von der Einfuhr von Getreide aus der Ukraine und Russland abhängig ist?

Und wer ist schliesslich verantwortlich, wenn der Krieg in der Ukraine in einen nuklearen Schlagabtausch eskaliert

und dann zu einem ausgewachsenen Atomkrieg wird?

Eigentlich ist die Antwort auf all diese Fragen recht einfach:

Putin ist dafür verantwortlich.

Er hat den Krieg begonnen und bestimmt mit seinen Militärstrategen, wie er geführt wird.

Er hätte nicht in den Krieg ziehen müssen.

Das sind Tatsachen.

Aber Tatsachen müssen unter Bezugnahme auf andere Tatsachen interpretiert werden,

auch auf solche, die längst aus den Schlagzeilen verschwunden sind oder es erst gar nicht dorthin geschafft haben.

Wenn man das macht, dann wird klar, dass die Politiker in den USA und in Europa den Krieg zu einem wesentlichen Teil mitverantworten.

Die Beurteilung der relativen Verantwortung Moskaus, Washingtons und der verschiedenen europäischen Regierungen wird unterschiedlich ausfallen,

je nachdem, wie man bestimmte historische Ereignisse, das Vorgehen der einzelnen Beteiligten sowie die relative Wichtigkeit, die man der inneren und äusseren Kausalität beimisst, gegeneinander abwägt.

Dennoch wage ich zu behaupten, dass, wenn man alles berücksichtigt, die Hauptverantwortung beim Westen und insbesondere bei den USA liegt.

Ich kenne keinen völlig zufriedenstellenden Weg, um diese Behauptung zu begründen.

Es gibt keine validierte Methodik der Zumessung von Schuld auf die verschiedenen Akteure, die alle zumindest eine gewisse Handlungsfähigkeit und Entscheidungsfreiheit haben.

Ich glaube jedoch, dass wir Einblicke gewinnen können, indem wir eine kontrafaktische Geschichte mit folgender Fragestellung entwerfen:

Wo stünden wir nun, wenn die USA anders gehandelt hätten?

Das ist ein hypothetisches Szenario, und die sich daraus ergebenden Mutmassungen können niemals bewiesen oder widerlegt werden.

Aber diese kontrafaktische Betrachtung passt gut zur Geschichte der letzten dreissig Jahre und ist meiner Meinung nach ebenso aufschlussreich wie plausibel.

Hätten die USA nicht auf die Erweiterung der Nato bis an die Grenze Russlands gedrängt;

hätten sie nicht nuklearfähige Raketenabschussvorrichtungen in Rumänien stationiert

und in Polen

und vielleicht auch anderswo geplant;

hätten sie 2014 nicht zum Sturz der demokratisch gewählten ukrainischen Regierung beigetragen;

hätten sie nicht den ABM-Vertrag und dann den Vertrag über nukleare Mittelstreckenraketen abgeschafft

und abschliessend die russischen Versuche, ein bilaterales Moratorium für die Stationierung auszuhandeln, ignoriert;

hätten sie keine Übungen mit scharfen Raketen in Estland durchgeführt, um das Anvisieren von Zielen innerhalb Russlands zu üben;

hätten sie kein umfangreiches Militärmanöver mit 32 Nationen in der Nähe des russischen Territoriums organisiert;

hätten sie die Streitkräfte der USA nicht mit denen der Ukraine verknüpft;

und so weiter und so fort -

hätten die USA und ihre Nato-Verbündeten diese Dinge nicht getan, wäre der Krieg in der Ukraine wahrscheinlich nicht ausgebrochen.

Das ist meiner Meinung nach eine vernünftige Behauptung.

Tatsächlich würde ich sogar behaupten, dass die Situation heute eine ganz andere wäre, wenn zwei oder drei der vielen hier diskutierten Provokationen nicht stattgefunden hätten.

Ich habe bereits zuvor das Bild einer Sandburg genutzt, um eine Analogie zu ziehen.

Es lässt sich nicht einfach vorhersagen, wie viel Sand in welcher Anordnung die Sandburg verträgt.

Dennoch ist klar, dass sie umso instabiler wird, je grösser die Sandmenge ist, je höher sich der Sand auftürmt und je mehr Wasser er enthält.

Ich würde sagen, dass der Westen Schäufelchen um Schäufelchen Sand aufgehäuft hat und ein klar denkender, rationaler Akteur wahrscheinlich erkannt hätte, dass dies zum Zusammenbruch führen würde.

Der Krieg in der Ukraine ist ein solcher Zusammenbruch, und es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass nicht noch mehr Katastrophen folgen werden, egal, wie sehr sich die Kriegsstrategen der USA einbilden, Russlands militärische Kapazitäten stark schwächen zu können.

Europas Regierungen stehen bis zur Hüfte im Sumpf.

Und selbst damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht.

Die US-Regierung hat durch ihre Worte und Taten die ukrainische Führung und das ukrainische Volk möglicherweise dazu veranlasst, eine unnachgiebige Haltung gegenüber Russland einzunehmen.

Anstatt auf einen Verhandlungsfrieden im Donbass zwischen Kiew und prorussischen Autonomisten zu drängen und diesen zu unterstützen, haben die USA extrem nationalistische Kräfte in der Ukraine gefördert.

Sie haben die Ukraine mit Waffen beliefert,

die militärische Integration und Ausbildung der ukrainischen Streitkräfte intensiviert,

sich geweigert, die Pläne zur Aufnahme der Ukraine in die Nato aufzugeben

und bei der ukrainischen Führung und Bevölkerung womöglich den Eindruck erweckt, dass sie im Namen der Ukraine direkt in einen Krieg gegen Russland ziehen würden.

All das mag den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beeinflusst haben,

der 2019 mit einer Friedensplattform zur Präsidentschaftswahl angetreten war und mit mehr als 70 Prozent der Stimmen gewählt wurde.

Doch letztlich scheiterte er, dies durchzuführen.

Selbst angesichts des drohenden Krieges wollte er keine Kompromisse im Namen des Friedens eingehen.

Am 19. Februar, fünf Tage vor dem russischen Einmarsch, traf sich Selenskyj in München mit dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz.

Laut Wall Street Journal schlug Scholz vor, ein Friedensabkommen zu vermitteln.

Er sagte zu Selenskyj, «dass die Ukraine auf ihre Nato-Bestrebungen verzichten und ihre Neutralität erklären sollte,

als Teil eines umfassenderen europäischen Sicherheitsabkommens zwischen dem Westen und Russland.

Der Pakt würde von Putin und Biden unterzeichnet, die gemeinsam die Sicherheit der Ukraine garantieren würden.

Selenskyj erwiderte, dass man Putin nicht trauen könne, ein solches Abkommen einzuhalten, und dass die meisten Ukrainer einen Nato-Beitritt befürworten würden.

Seine Antwort machte deutsche Politiker besorgt, dass die Chancen auf Frieden schwinden.»45


In einem kürzlich erschienenen Interview vertrat Richard Sakwa die Meinung, dass Selenskyj mit nur fünf Worten Frieden mit Russland hätte schliessen können:

«Die Ukraine wird kein Nato-Mitglied.» Sakwa führte weiter aus: «Wenn Putin geblufft hat [über die entscheidende Bedeutung der Nato-Erweiterung], dann soll man ihn Farbe bekennen lassen. Stattdessen [. . .] gibt es diesen katastrophalen Krieg [. . .]

Es war leichtsinnig, das Schicksal einer Nation und insbesondere auch das Schicksal seines eigenen Volkes aufs Spiel zu setzen.»46

Wie ist es dazu gekommen, dass ein Friedensverfechter, der über einen eindeutigen Wählerauftrag für Verhandlungen über ein Ende des Donbass-Konflikts erhalten hat, auf seinem Standpunkt beharrt und auf Krieg gesetzt hat?

Wenn sich die Ukraine von den USA nicht irreführende und unrealistische Vorstellungen hätte aufdrängen lassen,

dann hätte sie meiner Meinung nach längst einen Modus Vivendi mit Russland ausgehandelt

und den Status der politischen Neutralität erreicht

- etwas, was der Ukraine jetzt,

und nur wenn sie Glück hat,

nach der Zerstörung der Hälfte ihres Landes,

dem Tod Tausender

und der Vertreibung und Verarmung von Millionen noch gelingen könnte.

Neutralität hat in Europa eine lange Tradition.

Sowohl Österreich als auch Finnland waren der Sowjetunion gegenüber neutral und haben daraus grossen Nutzen gezogen.

Die Regierungsform in Moskau hat sich zwar geändert, aber die geostrategischen Gründe für die Neutralität sind dieselben geblieben.

Warum hat die Ukraine nicht diesen Weg eingeschlagen?

Kurz nach der Wahl Selenskyjs im Jahr 2019 behauptete Stephen F. Cohen in einem Interview, dass Selenskyj die aktive Unterstützung der USA benötigen würde, um dem Druck - einschliesslich der Todesdrohungen gegen ihn - der extremen ukrainischen Rechten standzuhalten.

Ohne diese Unterstützung, so die Prognose von Cohen, wäre Selenskyj ausserstande, Frieden zu schaffen:

Die Hauptverantwortung für den Krieg liegt beim Westen, bei den USA.

«[D]er neue Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, trat als Friedenskandidat an [. . .]

Er erhielt einen riesigen Wählerauftrag, Frieden zu schliessen.

Das bedeutet, dass er mit Wladimir Putin verhandeln muss [. . .]

Aber seine Bereitschaft - und das ist wichtig und wird hier [in den USA] kaum berichtet -, direkt mit Putin zu verhandeln, [. . .] erforderte [von Seiten] Selenskyjs beträchtlichen Mut, denn in der Ukraine sind viele Leute dagegen, und sie sind bewaffnet.

Manche nennen sie Faschisten, aber mit Sicherheit sind sie Ultranationalisten, und sie haben angekündigt, dass sie Selenskyj absetzen und töten werden, wenn er diesen Weg der Verhandlungen mit Putin weitergeht [. . .]

Selenskyj kann nicht weitermachen [. . .] es sei denn, Amerika steht hinter ihm.

Vielleicht reicht das nicht aus, aber wenn das Weisse Haus diese Diplomatie nicht unterstützt, hat Selenskyj keine Chance [. . .]»47

Meines Wissens hat Selenskyj von den Amerikanern keine nennenswerte Unterstützung bei der Verfolgung seiner Friedensagenda erhalten.

Stattdessen wurde er wiederholt von führenden amerikanischen Politikern und Beamten des Aussenministeriums besucht,

die alle ein theoretisches Prinzip der absoluten ukrainischen Freiheit postulierten,

definiert als das «Recht», der Nato beizutreten und einen militärischen Aussenposten der USA an der russischen Grenze zu errichten.

Am Ende war diese «Freiheit» nicht mehr als ein Wunschtraum.

Obwohl sie die Ziele der USA - oder, genauer gesagt, die Interessen bestimmter amerikanischer politischer, militärischer und finanzieller Gruppierungen /p>

- förderte, zerstörte sie die Ukraine.

Selbst aus einer eindimensionalen amerikanischen Perspektive war der gesamte westliche Plan ein gefährlicher Bluff, der aus kaum nachvollziehbaren Gründen durchgeführt wurde.

Die Ukraine stellt beim besten Willen kein wesentliches Sicherheitsinteresse der USA dar.

Tatsächlich spielt die Ukraine kaum eine Rolle.

Aus amerikanischer Sicht - und ich sage das, ohne das ukrainische Volk beleidigen zu wollen - ist die Ukraine irrelevant.

Die Ukraine ist für die Bürger der USA nicht wichtiger als irgendeines der fünfzig anderen Länder, welche die meisten Amerikaner aus völlig verständlichen Gründen erst nach langem Suchen auf einer Landkarte finden würden.

Also ja, die Ukraine ist für Amerika irrelevant.

Und wenn sich die Führer der USA und der Nato diese offensichtliche Tatsache eingestanden hätten, wäre all das nicht passiert.

Russland teilt hingegen mit der Ukraine eine beinahe 2000 Kilometer lange Grenze und eine Geschichte, in deren Verlauf der Westen dreimal auf dem Landweg einmarschiert ist.

Die letzte westliche Invasion während des Zweiten Weltkriegs hatte den Tod von etwa 13 Prozent der gesamten russischen Bevölkerung zur Folge.

Deshalb ist die Ukraine für Russland von allerhöchstem Interesse.

Dass sich Russland durch eine vom Westen bewaffnete, ausgebildete und militärisch integrierte Ukraine in seiner Existenz bedroht fühlt, hätte Washington von Anfang an klar sein müssen.

Welcher vernünftig denkende Mensch konnte glauben, dass die Präsenz eines westlichen Waffenarsenals an Russlands Grenze keine starke Reaktion hervorrufen würde?

Welcher vernünftige Mensch konnte davon ausgehen, dass die Stationierung eines solchen Arsenals die Sicherheit der USA erhöhen würde?

Und falls das nicht klar gewesen sein sollte, hätten spätestens 2008 sämtliche Unklarheiten darüber beseitigt sein sollen.

Damals telegrafierte der US-Botschafter in Russland, William Burns, der jetzt Bidens CIA leitet, nach Washington, dass die Ukraine für Russland die roteste aller roten Linien sei.

Man muss kein Genie sein, um die Gründe dafür zu verstehen.

Dennoch scheint diese offensichtliche Realität für viele im Aussen- und im Verteidigungsministerium der USA, in der Nato und in den Medien sowie für den amtierenden US-Präsidenten undurchschaubar zu sein.

Was bedeutet das also für die Bürger der USA und ihre europäischen Verbündeten?

Offen gesagt, sind sie - wir - in einer sehr misslichen Lage.

Es ist eine Lage, die nicht nur äusserst gefährlich ist und die ganze Welt dem Risiko eines Atomkriegs aussetzt:

Diese Situation konnte nur durch ein Ausmass an Dummheit und Blindheit der US-Regierung und ein Mass an Ehrfurcht und Feigheit der europäischen Politiker erreicht werden, das beinahe unvorstellbar ist.

In einem Interview wurde Gilbert Doctorow kürzlich gefragt, was US-Bürger am dringendsten über den Krieg wissen sollten.

Er antwortete: «Euer Leben ist in Gefahr.» Er fuhr fort:

«Putin hat zu Protokoll gegeben, dass er sich eine Welt ohne Russland nicht vorstellen kann.

Und wenn die Amerikaner die Absicht haben, Russland zu zerstören, dann wird die amerikanische Absicht die Selbstzerstörung sein [. . .]

[Amerika] steht vor einer existenziellen Bedrohung, die es selbst geschaffen hat.

Und der Ausweg aus dieser Bedrohung liegt für alle auf der Hand: ein Deal mit Putin [. . .]»48

Die Politiker in Washington und die europäischen Regierungen - mitsamt den gefügigen, feigen Medien, die deren Unsinn kritiklos nachplappern - stehen jetzt bis zur Hüfte im Sumpf.

Es ist schwer vorstellbar, dass diejenigen, die dumm genug waren, diesen Sumpf zu betreten, nun die Klugheit aufbringen, sich selbst zu befreien, bevor sie vollends versinken und uns alle mitreissen.

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President Xi Jinping Meets with Russian President Vladimir Putin

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Weltwoche Daily DE 2022-09-13

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Die Preisgabe der Neutralität hat Folgen: Russland will die Schweiz nicht als Interessens-Vertreterin der Ukraine. Weil unser Land nicht mehr neutral sei

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Geostratege Mearsheimer: Putin wollte die Ukraine nie zu einem Teil Russlands machen.
Er wollte verhindern, dass sie zum Sprungbrett für westliche Aggression werden kann

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en «This war has been lost a long time ago»

Weltwoche:

Colonel Macgregor, could the American missile systems that President Joe Biden wants to deliver become a game changer in the war?

Doug Macgregor:

No. These weapons are not going to have any significant impact whatsoever.


Weltwoche:

In reaction to the announced deployment of US rocket systems ...

Macgregor:

The Russians are simply reinforcing something that they actually made clear from the very beginning of this operation.

If we begin to operate from neighboring NATO states and directly attacking Russian forces in Ukraine, they will view those neighboring states as co-belligerents.

Right now, the state that is the assembly area for the distribution and projection of new equipment and assistance into Ukraine is Poland.

It is not unreasonable for the Russians to say,

"If these things come in from Poland and they actually hit Russia, we will strike Poland."


Weltwoche:

In a recent interview with Tucker Carlson [on the Fox News Channel], you went further, saying that the U.S. administration "really doesn't want to admit that this war has been lost a long time ago."

When was the war lost, in your view?

Macgregor:

I think it was lost mid-to-late March.

The reason is that the Russians had very limited and discrete goals when they began this operation.

First of all, they said they wanted neutrality for Ukraine.

They wanted autonomy for the so-called "Donbas Republics," which are all Russian speaking.


Under that, they wanted equal rights for Russian citizens of Ukraine

to be allowed to speak Russian, to be allowed to live as they see fit.


Then, finally,

recognition that Crimea is legitimately part of Russia.

Those were the three basic goals or objectives.

The Russians made it very clear, from the moment they moved into Ukraine,

that they wanted a negotiated settlement.

When they finally moved in, they did not move along three or four axes where they would concentrate the striking power of their force.

They, in fact, dissipated their combat power.

In other words, along a 500-mile front, they moved in at several different locations

with the goal of avoiding damage to infrastructure, avoiding collateral damage to people, to human beings.

They simply did not want to kill very many people when they went in, and they wanted to give people an opportunity to join them, including Ukrainian forces who didn't want to fight.

That didn't work very well.


Weltwoche:

Why didn't it work?

Macgregor:

Because, as soon as the Russians admitted that they were only entering Ukraine

for the purpose of neutralizing

or destroying the Ukrainian threat to Russia

and that they would withdraw once they arrived at some sort of negotiated settlement,

the majority of Russian speakers (millions of them in Eastern Ukraine) said it's unrealistic for them to join the Russians because, as soon as the Russians were gone, Ukrainian secret police would show up and murder them and their families.

Thus, they were not helping.

All of that was evident by the 16th to the 23rd of March.

It became clear

that the Ukrainians were not negotiating in good faith.

The Russians intelligence network discovered that we (Americans) and our friends in London were urging the Ukrainians

to fight on

and promising Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy that we would give him whatever he needed to win.


At the same time, we were creating this fiction

that the Ukrainian forces were actually having great success against the Russians

when, in fact, the Russians were crushing them and there were very few examples of so-called "Ukrainian tactical success."

I think, at that point, the Russians said, "Well, the game is up. We're not going to get any cooperation out the West.

The United States has effectively said they want to grind us into the dust."

They changed their operations.

They stopped fighting for particular cities.

They said, "We'll simply circle these places to the extent that we can.

While we cut those off or isolate them, we will then focus on major concentrations of Ukrainian forces."

Those large concentrations were always in the Donbas, and it has taken another three or four weeks to re-concentrate Russian forces to execute that mission and achieve that objective.

I think what we need to understand is that, at this point,

the notion that the Russians would negotiate with anybody about events in Ukraine is simply unrealistic.

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Dr. Daniele Ganser - "Die NATO hat eiskalt gelogen & muss jetzt bezahlen"

Das ist eines der wichtigsten Interviews des Jahres 2022.

Wir haben Dr. Daniele Ganser eingeladen und er hat uns einen tiefen Einblick in den Ukraine-Krieg gegeben.

Gemeinsam mit Dominik Kettner spricht Dr. Daniele Ganser über den Auslöser des Krieges, den Profiteur und wie es wohl mit dem Ukraine-Krieg weitergeht.

Wir laden Sie herzlich ein, sich dieses Interview bis zum Ende anzuschauen, denn diese Erkenntnisse werden nicht oder nur zur Hälfte in den öffentlichen Medien zu sehen sein.

00:00 Teaser
00:45 Das erwartet Sie im Video
01:34 Auslöser des Ukraine-Kriegs
07:04 Profiteure des Ukraine-Krieges
11:04 Absichtliche Provokation?
16:46 Gefahr eines Kalten Krieges
20:23 Folgen eines Gasembargos - Blackout?
27:48 Aktuelle Medienberichterstattung
34:03 Wer regiert die Medien?
38:13 Diese Passage gibt es nicht auf YouTube zu sehen
39:13 Community Fragen
49:01 Schlusswort von Dr. Daniele Ganser

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      24 x 24 Pixel Buch (Icon) 
      50 x 50 Pixel Erklärung von Putin und XI Ping

Februar 2014

an der Eröffnung der Winterspiele in Pekin

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      24 x 24 Pixel Buch (Icon) 
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Zwar verurteilen die meisten Staaten den Angriffskrieg.

Doch große Staaten wie China, Brasilien, Indien oder Pakistan haben sich gegen Wirtschaftssanktionen entschieden.

Indiens Premierminister Narendra Modi empfing gar Russlands Außenminister Sergej Lawrow kürzlich: Das siebtgrößte Land der Welt bringt sich als Öl-Kunde in Stellung und hofft auf lukrative Verträge.

Und auch das Nato-Land Türkei verzichtet auf Sanktionen.

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Weltwoche Daily DE 2022-06-02
Deutschland muss verschweizern und neutral werden

▶Deutsche Politik

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Moralisierende Heisssporne: Braucht die Welt wirklich einen ukrainischen Sieg?>

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▶Neutralität: Schweiz ▶Schweiz: Neutralität

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Ukraine-Krieg: Was will der Westen? Was bringen die Sanktionen?
Fakt ist, der Krieg dauert fort. Und die russischen Streitkräfte sind längst nicht am Ende, wie es die Medien herbeisehnen. Der Westen hat sich verrannt

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«Die Ukraine soll Gebiete an Russland abtreten»
Friedensvorschlag des ehemaligen US-Aussenministers Henry Kissinger am WEF

▶Politik der Ukraine

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Ukraine - Kampf gegen Moskaus Diktat

Mit der Einleitung einer "militärischen Spezialoperation" gegen den ukrainischen "Marionettenstaat", wie er ihn bezeichnet, versucht Putin, Russlands Territorium auszuweiten.

Belarus hat Putin bereits in den Schoß von Mütterchen Russland zurückgeholt.

Nun versucht er, dies auch mit der Ukraine zu erreichen - mit militärischer Gewalt.

Die Dokumentation geht der ukrainischen Identität auf den Grund - einer Identität im Aufbau, die landesweit umso stärker wird, je weiter die russischen Panzer vorrücken.

Dabei zeigt sich der Widerstand in unterschiedlicher Form:

In der überwiegend russischsprachigen Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer hat Bürgermeister Hennadij Truchanow die Bevölkerung aufgerufen, die Ukraine mit der Waffe zu verteidigen.

In Kiew ermuntert der Patriarch der ukrainisch-orthodoxen Kirche Epiphanius die russischen Gemeinden, dem Moskauer Patriarchat den Rücken zu kehren.

Und der große Schriftsteller Andrej Kurkow ist nach Uschhorod in die ukrainischen Karpaten geflüchtet, wo er seine Feder und seine Stimme in den Dienst des Widerstands stellt, um die russische Aggression anzuprangern.

Während die Kampfhandlungen fortschreiten, skizzieren alle drei vor der Kamera die Charakteristika einer souveränen ukrainischen Nation.

Prominente russische und belarussische Persönlichkeiten wie die Oppositions­politikerin Swetlana Tichanowskaja ergänzen die Stellung­nahmen ukrainischer Politiker, Religions­führer und Intellektueller und dekonstruieren gemeinsam mit ihnen die Hassparolen des Kreml-Führers.

Auf kultureller, sprachlicher und religiöser Ebene sind die drei Völker seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden.

Doch warum spricht der russische Präsident den "Bruderstaaten" jegliches Recht auf nationale Souveränität ab?

Selbst wenn die Ukraine so russisch wäre, wie Putin behauptet, würde diese kulturelle Nähe in keiner Weise den Einsatz von Waffengewalt rechtfertigen.

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Weltwoche Daily DE 2022-05-19

▶Politik von Russland

▶Deutsche Politik

▶Politik der Ukraine

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Weltwoche Daily (2022-05-17)

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Geostratege Mearsheimer: Der Westen trägt eine Hauptverantwortung für das Ukraine-Desaster

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Scholz wird für die beleidigte Leberwurst mit seinem Amt bezahlen

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Melnyk, weigerte sich, sich dafür zu entschuldigen, dass er Bundeskanzler Scholz eine "beleidigte Leberwurst" genannt hatte.

▶Deutsche Politik

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Klaus von Dohnanyi über Ukraine, Putin und Diplomatie

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Putin warnt den Westen zum letzen Mal

Am 27.04.2022 warnte Putin den Westen vor militärischer Einmischung.

Er sagte, dass er seine Werkzeuge, mit denen sich heute niemand rühmen kann, einsetzen würde.

Ein auf deutsch übersetzter Ausschnitt aus der Rede beim Treffen mit dem Legislativrat vom 27.04.2022.

▶Politik von Russland

▶Politik der Ukraine

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Wie wir zu einer Lösung in der Ukraine kommen

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Beitrag von Biden / Drei Varianten einer Lösung

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Ursachen des Kriegs / Max Ottes Quellensammlung

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Ursachen des Kriegs, westliche Fehler

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Max Otte tweetet eine brisante Quellensammlung

Professor Max Otte hat auf Twitter eine Aufsehen erregende Quellensammlung von @RnaudBertrand übersetzt.

Es ist eine bemerkenswerte und in der Treffsicherheit der einzelnen Zitate eine deprimierende Sammlung eindringlicher Warnungen von Historikern, Geostrategen, Militärs, Top-Diplomaten, ehemaligen Ministern, CIA-Experten und Ex-Botschaftern.

Dazu gehört auch der ehemalige Top-Analyst der CIA in Russland, der zugibt, dass der Krieg ein Fehler der USA ist.

Sie alle hatten - teils schon seit den frühen 90er-Jahren - davor gewarnt, die NATO bis an die Grenze zu Russland zu erweitern.

Was wir jetzt sehen, lag als klare und präzise Einschätzung quasi auf dem Tisch.

Die Warnungen wurden ignoriert,

weil eine expansions- und kriegslüsterne Allianz aus führenden Politikern in den USA und Hauptstädten der NATO-Partner sowie Globalisten, Neoliberalen und machtbesessenen Milliardären in der Rüstungs-, Finanz-, Pharma- und Big-Tech-Branche nicht an den Warnungen interessiert war.

Es geht ihnen um Einfluss - um jeden Preis.

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Putin: Warum passiert das alles │ Rede

Putin synchron übersetzt

Komplette Ansprache des Präsidenten zum Russischen Volk, Ukrainern und den anderen Regierungen vom 24.02.2022.

ein Paar Minuten bevor alles anfing.

▶Politik von Russland

▶Politik der Ukraine

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Alfred Heer, Ukraine-Beobachter im Europarat,

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Putin, die Ukraine und danach? | Mit offenen Karten Spezial Ukraine

"Mit offenen Karten" widmet dem beispiellosen Angriff Putins auf die Ukraine eine Sonderausgabe.

Moderatorin Emilie Aubry blickt auf die Geschichte der Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine.

Unterstützt wird sie dabei von der Politikwissenschaftlerin Anna Colin Lebedev und dem Leiter des französischen Instituts für internationale Beziehungen (IFRI), Thomas Gomart.

Die russische Invasion in der Ukraine wird als Ereignis von besonderer geopolitischer Tragweite in die Geschichte des 21 Jahrhunderts eingehen.

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Wie ein geistloser Klimakrieg um Energie die Ukraine ausgeliefert hat
en How a Mindless Climate War on Energy Surrendered Ukraine

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Ukraine: Reise in das Land der Separatisten

Die Region Donbass an der russischen Grenze liegt so weit entfernt von der EU wie kein anderer Landstrich in der Ukraine.

Keiner hier hat die ukrainische Revolte anerkannt, ganz im Gegenteil streben sie hier wie immer schon in Richtung Osten nach Russland und nicht westlich in die EU.

Deshalb riefen sie auch eigene Wahlen aus und erklärten ihre Unabhängigkeit von der Ukraine.

Seitdem herrscht hier Bürgerkrieg, Rebellen gegen Armee - die Ukrainer wollen nach der Krim nicht noch eine Region verlieren und sich damit wirtschaftlich noch weiter schwächen lassen.

In weniger als einem Jahr starben beinahe 5000 Menschen in diesem bewaffneten Konflikt.

Die Donbass-Rebellen haben keinen Anführer, der sie alle einen könnte, stattdessen regieren hier irgendwelche Politiker wie Marionetten an unsichtbaren Fäden oder selbst ernannte Kriegsherren.

Vormals verdienten sie ihr Geld als Sportler, Sänger oder Geschäftsmann, heute sind sie Abgeordneter, Polizeichef oder Bataillonskommandeur.

Unsere Reporter stellen diese neuen Herren des Donbass vor.

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Der Ukraine-Konflikt: Die Geschichte dahinter

"Grenzland": So lautet die wörtliche Übersetzung von Ukraine.

Und genau diese Lage birgt seit jeher Konflikte.

Einzelne Regionen des Landes wechseln im Laufe ihrer Geschichte etliche Male ihre Herrscher.

Mal gehören Teile der Ukraine beispielsweise zum Königreich Polen-Litauen, mal zum russischen Zarenreich oder zu Österreich, später auch zur Sowjetunion.

Und noch heute streiten sich Russland und die NATO um den Einfluss in der Grenzregion zwischen Ost und West.

So ist die Frage nach Identität, Zugehörigkeit und Unabhängigkeit eine, die die Ukrainer seit Jahrhunderten beschäftigt - und noch längst nicht gelöst ist.

Ein Blick in die Vergangenheit kann zeigen, woher viele der Spannungen kommen, gerade mit dem großen Nachbarn Russland.

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2021

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Kriegsgefahr: Friedensbewegung dringend notwendig!

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Krise um die Ukraine: Putin kritisiert «aggressive» USA und legt Forderungen für Sicherheitsgarantien vor

▶Politik der Ukraine

▶Politik von Russland

▶Politik der USA

▶Europäische Politik

▶Deutsche Politik

▶Neutralität: Schweiz ▶Schweiz: Neutralität

▶Schweiz: Landesverteidigung, Armee, Landesversorgung ▶Armee: Schweiz

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Abkommen vom 10.11.2001

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2016

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Die Ukraine und ihre Zukunft

▶Politik der Ukraine

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2014

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Einseitige Sanktionen widersprechen der Neutralität der Schweiz

▶Neutralität: Schweiz ▶Schweiz: Neutralität

▶Politik der Ukraine

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Die Ukraine - zwischen Ultra-Nationalisten und den Interessen der Großmächte

In diesem Interview geht es zum einen um die Rolle der faschistischen Gruppen und nationalistischen Strömungen in der Bewegung vom Maidan aber auch in der Ukraine insgesamt.

Zum anderen geht es um die Rolle der linken Kräfte - auch einige vorsichtige Prognosen über zukünftige Entwicklungen werden skizziert.

▶Politik der Ukraine

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Warum mischt sich die Schweiz einseitig in fremde Konflikte ein?

▶Neutralität: Schweiz ▶Schweiz: Neutralität

▶Politik der Ukraine

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2 Ukrainische Demokratie
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2022

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Freier Willensentscheid auf Ukrainisch: Jedem, der einen russischen Pass beantragt, drohen fünfzehn Jahre Haft

▶Ukraine: Demokratie

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3 Ukrainische Energiepolitik
en Ukrainian Energy Policy
fr Politique énergétique de la Ukranie

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a Kernenergie

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▶Unfall Tschernobyl: 1986


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2022

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Ukraine: Pläne für neun statt fünf AP1000-Einheiten

▶Kernenergie: Aktuelle Webseiten

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Druckwasserreaktor

AP1000